Angebote vom ACCESS

Hier informiere ich dich über die verschiedenen Angebote vom access@KIT.

Bundesweite Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte

Jedes Jahr findet am access@KIT eine bundesweit ausgeschriebene Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte statt. Dazu werden Expertinnen und Experten eingeladen, die die wichtigsten Fragen rund um ein Hochschulstudium unabhängig vom zukünftigen Studienort beantworten.

Du möchtest dich über deine Möglichkeiten im Studium informieren? Dann laden wir dich voraussichtlich Anfang November 2026 wieder zu unserer Orientierungsveranstaltung in Präsenz ein. Die Veranstaltung richtet sich an blinde und sehbehinderte Studieninteressierte aus dem deutschsprachigen Raum.

Ziel der Veranstaltung ist es, dir einen Überblick über wichtige Themen rund um ein Studium unter den besonderen Bedingungen einer Sehbehinderung oder Blindheit zu geben.

Zu den verschiedenen Themenbereichen sprechen unter anderem Orientierungs- und Mobilitätstrainer, die Beauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung, Juristen, Expertinnen und Experten des Studierendenwerks, Mitarbeitende verschiedener Einrichtungen am KIT sowie Studierende mit Sehbehinderung und Blindheit aus höheren Semestern.

Du bekommst die Möglichkeit, das KIT, seine Angebote und Ansprechpersonen kennenzulernen. Außerdem erfährst du, welche Fragen vor Studienbeginn wichtig sein können, welche organisatorischen Dinge rechtzeitig geklärt werden sollten und welche Unterstützung während des Studiums möglich ist.

Alle Themen und Inhalte der Veranstaltung vom 5. bis 6. November 2026 findest du im Programm.

Unsere Motivation für diese überregionale Orientierungsveranstaltung ist, dass du selbstständig und gut informiert entscheiden kannst, was vor einem Studienbeginn vorbereitet werden muss und ob du dir ein Studium mit seinen besonderen Anforderungen zutraust. Gleichzeitig kannst du andere Studieninteressierte kennenlernen und Kontakte zu Studierenden knüpfen, die bereits mit Sehbehinderung oder Blindheit studieren.

Die Veranstaltung ist auch für dich interessant, wenn Karlsruhe voraussichtlich nicht dein Studienort wird.

Die Teilnahme ist kostenfrei.
Anmeldung: info does-not-exist.access kit edu
Anmeldeschluss: 28. Oktober 2026

Materialservice

Überblick

Das access@KIT bietet den Service an, deine nicht barrierefreien Materialien aus dem Studium für dich barrierefrei zu gestalten. Dazu gehören zum Beispiel Bücher, Vorlesungsskripte, Übungsblätter, Klausuren etc. Diese Materialien werden in eine Form übertragen, mit der du gut arbeiten kannst.

Für sehbehinderte Personen bedeutet das gegebenenfalls:

Service richtet sich an folgende Personengruppen: 

  • Anpassung der Schriftgröße 
  • Umwandlung von Handschrift in digitale Schrift
  • Anpassung von Kontrasten

Für blinde Personen bedeutet das:

  • Dokumente werden in barrierefreie, strukturierte Word-Dokumente umgewandelt, zum Beispiel Handaufschriebe, PDF-Dokumente etc.
  • Formeln werden in LaTeX-Notation geschrieben.
  • Für Grafiken werden Bildbeschreibungen erstellt.
  • Zusätzlich können für Grafiken auch taktile, mit Schwarzschrift versehene Grafiken erstellt werden.
  • Bei Bedarf können auch 3D-Modelle gedruckt werden.
     

Wie der Ablauf mit dem Materialservice für dich aussieht

Wenn du im Studium Bücher, Vorlesungsskripte oder Übungsblätter in eine barrierefreie Form übertragen lassen möchtest, schreibst du eine E-Mail an material∂access.kit.edu
Darin schreibst du, was du bis wann übertragen brauchst. Mehr ist eigentlich nicht nötig, denn der Materialservice weiß dann bereits, wie du die Materialien gerne übertragen hättest.

Natürlich kannst du auch jederzeit im Büro vorbeikommen und mit den Verantwortlichen besprechen, was du brauchst. Das kann zum Beispiel bei Abbildungen sehr nützlich sein, wenn geklärt werden muss, welche Informationen für dich relevant sind.

Auch wenn du als blinde Person bei kleineren Dingen Unterstützung brauchst, zum Beispiel bei der visuellen Formatierung deiner Abschlussarbeit, steht dir der Materialservice zur Seite.

Ablauf bei Klausuren

Der Ablauf bei Klausuren ist entspannt für dich.

Ein bis zwei Monate, bevor die Klausurenphase beginnt, fragt access@KIT per E-Mail ab, wann du welche Klausur und zu welchem Termin schreiben möchtest. Denn du schreibst die Klausur bei access@KIT, damit dort ein Überblick über alle Klausuren besteht.

Ein paar Wochen, bevor die Klausur stattfindet, schreibst du die Professorin oder den Professor der Vorlesung an und setzt access@KIT ins CC. Du teilst der Professorin oder dem Professor mit, dass du die Klausur gerne mitschreiben möchtest und einen Nachteilsausgleich hast, weil du eine Sehbeeinträchtigung hast. Außerdem schreibst du, dass sich die Professorin oder der Professor bezüglich der Klausurumsetzung mit access@KIT in Kontakt setzen soll.

Das war es auch schon. Die gesamte Organisation läuft dann über access@KIT, und du musst nur noch zum Klausurtermin erscheinen. Kurz gesagt: zwei kurze E-Mails schreiben – und dann kannst du dich komplett auf deine Klausurvorbereitung konzentrieren.

Schulungen für ein erfolgreiches Studium

Während deines Studiums und gerade auch zu Beginn des Studiums wird es passieren, dass du schnell lernen musst, mit neuen Programmen oder Arbeitstechniken umzugehen. Sei es eine neue Software lernen, der Umgang mit taktilen Grafiken oder das Erwerben und der Ausbau von Punktschriftkenntnissen.

Weiter unten sind alle Schulungen aufgelistet, die derzeit vom access@KIT angeboten werden.

Die Schulungen sind kostenlos. Wenn du dich für eine dieser Schulungen interessierst, schreibe eine Mail an gerhard.jaworek∂kit.edu

Liste der Schulungen:

  • Anpassung der Schriftgröße 
  • Einführung in LaTeX
  • Einführung in Excel
  • Einführung in PowerPoint
  • Umgang mit CAS-Systemen wie Octave und Maxima
  • Punktschrift allgemeiner Grundkurs
  • Punktschrift mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaft und Technik
  • Umgang mit taktilen Grafiken
  • Musik komponieren und programmieren mit ABC oder Lilypond
  • Soundbearbeitung mit Audacity

Software

Hier kommt noch Text hin.

Forschung

Das Studium und der Alltag als seheingeschränkte Person halten viele Hürden bereit. Um dich dabei zu unterstützen, forschen wir am access@KIT an neuen Lösungen – zum Beispiel in den Bereichen Mobilität, automatisierte Bereitstellung von Dokumenten in barrierefreier Form, Arbeiten mit PDF-Dateien, Freizeitgestaltung sowie Arbeiten mit Abbildungen und Dokumenten auf taktilen Displays.

Studierende arbeiten im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten oder als Hiwis aktiv an Lösungen mit, die dir im und nach dem Studium helfen sollen. Das Schöne: Du kannst die Forschung mitgestalten – sei es durch die Teilnahme an Studien oder durch eine eigene Abschlussarbeit.

Taktile Flächenbraillezeilen (Stand 2026)

Damit du eine konkrete Vorstellung bekommst, woran geforscht wird und was dir im Studium helfen kann, möchte ich dir das Projekt der taktilen Flächenbraillezeilen vorstellen.

Was ist das Ziel?

Gerade in den Naturwissenschaften wirst du viel mit Grafiken zu tun haben – mit Funktionsgraphen, Histogrammen, Baumdiagrammen und vielem mehr. Bisher kannst du dir diese entweder mit einer Bildbeschreibung erklären lassen oder als taktile Abbildungen auf Papier ausdrucken.

Die bisherigen Probleme:

  • Bildbeschreibungen: Bei komplexen Bildern ist es schwierig, ein Gesamtbild vor Augen zu bekommen. Oft geht es darum, Muster zu erkennen – und das ist über eine Beschreibung schwer, weil immer eine Interpretation mitschwingt.
  • Taktile Abbildungen auf Papier: Sie sind sehr hilfreich, brauchen aber viel Zeit in der Aufbereitung. Im Berufsleben wird das schwierig, weil sowohl jemand die Vorlage aufbereiten als auch das passende Gerät zur Verfügung stehen muss.

Abhilfe sollen sogenannte Flächenbraillezeilen bzw. taktile Displays schaffen. Sie funktionieren wie eine Braillezeile, haben aber eine ganze Fläche an Punkten. Dadurch lassen sich Inhalte zweidimensional darstellen. Wie bei üblichen Braillezeilen können die Punkte oben oder unten sein.

Hat eine Abbildung mehrere Farben, lassen sich diese über Farbfilter unterscheiden: In einem Koordinatensystem mit zwei farblich unterschiedlichen Funktionen kannst du also gezielt jeweils eine einblenden. Über Touch kannst du außerdem mit den Abbildungen interagieren und dir z. B. Texte vorlesen lassen.

Das Ziel: Du kannst ein beliebiges Dokument öffnen, und sowohl Texte als auch Bilder sind sofort für dich zugänglich – ohne Wartezeit. Am access@KIT kannst du dich aktiv in die Forschung einbringen und die Technik bereits im Studium nutzen, sodass du sie später im Arbeitsleben routiniert einsetzen kannst.

Arbeiten mit VR- und XR-Technologien

Ein weiteres Forschungsgebiet beschäftigt sich mit Virtual Reality (VR) und Extended Reality (XR). Dabei geht es darum, Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe besser an dein Sehvermögen anzupassen.

Im Projekt InclusiveVR wird ein virtueller Computer-Arbeitsplatz entwickelt, den du an deine eigenen Bedürfnisse anpassen kannst. Du kannst zum Beispiel Helligkeit, Farben und Größe der Bildschirme verändern oder die Monitore so anordnen, wie es für dich am angenehmsten ist. Damit du Inhalte schneller findest, unterstützt dich das System zusätzlich. Auch der Mauszeiger lässt sich durch große farbige Pfeile leichter erkennen.

Außerdem wird erforscht, wie Menschen mit Sehbehinderung gemeinsam in einer virtuellen Umgebung arbeiten können. Mehrere Personen können gleichzeitig an denselben Inhalten arbeiten, diese miteinander teilen oder sich mit einer virtuellen Zeigegeste auf bestimmte Bereiche aufmerksam machen. Dabei kann jede Person die Darstellung individuell an ihr eigenes Sehvermögen anpassen.

Im Projekt AssistiveXR wird untersucht, wie dich XR-Technologien auch außerhalb des klassischen Arbeitsplatzes unterstützen können. Dabei trägst du eine XR-Brille, mit der du deine reale Umgebung siehst und gleichzeitig Farben, Kontraste und Helligkeit anpassen kannst. Zusätzlich können Informationen vergrößert eingeblendet werden – so lassen sich z. B. Texte oder handschriftliche Notizen in Besprechungsräumen leichter erkennen.

Musik und Orientierung mit XR

XR-Technologien können dich nicht nur beim Arbeiten unterstützen, sondern auch in deiner Freizeit oder bei der Orientierung helfen.

Im Projekt XRMusic4VIP wird erforscht, wie das Notenlesen mithilfe von XR erleichtert werden kann. Dabei siehst du ein echtes Klavier oder Keyboard vor dir, während die Noten darüber stark vergrößert eingeblendet werden. Die Noten bewegen sich wie ein durchlaufendes Band und können während des Spielens mit einfachen Gesten gesteuert werden. So kannst du das Notenband anhalten oder wieder starten und dich ganz auf das Musizieren konzentrieren.

Auch das Thema Orientierung spielt eine wichtige Rolle. Im Projekt BlindVR wird erforscht, wie blinde Menschen Orientierung und Fortbewegung in virtuellen Umgebungen trainieren können. Außerdem wird untersucht, wie sich 3D-gedruckte Objekte mit einer virtuellen Darstellung kombinieren lassen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, räumliche Strukturen zu erkunden und dreidimensionale Inhalte zu verstehen.

Studierendenraum

Im Institut von access@KIT gibt es einen Studierendenraum, in dem du alleine oder mit Freundinnen und Freunden lernen kannst.

Damit du Zugang zu diesem Raum erhältst, musst du nur einmal deine Studierendenkarte im Sekretariat freischalten lassen. Danach kannst du den Raum zu jeder Tages- und Nachtzeit nutzen.

Das Gebäude, in dem sich access@KIT befindet, ist recht neu und wurde 2024 fertiggestellt. Dadurch ist auch der Studierendenraum sehr modern eingerichtet.

Was gibt es dort?

Mehrere Arbeitsplätze mit großen Surface Studios mit Touchscreen und Stifteingabe. Du kannst dir dort einen Studierenden-Account anlegen und direkt an den Geräten arbeiten. Da die Surface Studios große Bildschirme haben und per Touch bedient werden können, eignen sie sich besonders gut, wenn du eine Sehbeeinträchtigung hast. Du kannst dort außerdem mit der Hand schreiben, wenn du möchtest.

Mehrere Arbeitsplätze ohne Computer. Dort kannst du mit deinem eigenen Rechner, deiner Braillezeile, taktilen Abbildungen, einem Zeichenbrett oder anderen Hilfsmitteln arbeiten. Außerdem hast du viel Platz, um dich auszubreiten.

Ein Bildschirmlesegerät.

Ein großes Whiteboard.

Moderne Büroausstattung. Das klingt vielleicht erst einmal nicht so wichtig, ist aber sehr angenehm, wenn man mehrere Stunden konzentriert arbeitet.

Fenster mit Jalousien und dimmbares Licht. So kannst du dir die Lichtverhältnisse passend einstellen.

Einen taktilen Plan vom Campus.

Ausleih-Angebote

Fehlt dir mal was zum Arbeiten oder ist dir ein Blindenstock kaputt gegangen, so kannst du dir Sachen ausleihen. Hier eine Liste der Dinge, die du dir beim Access@KIT ausleihen kannst.

  • Zeichenbrett mit German Foil
  • Mobiler taktiler Drucker Embraille
  • Elotype
  • Braillezeile 40er Focus oder Papenmeyer
  • Mobiles klappbares Lesegerät
  • Leselupe
  • Blindenstöcke
  • Simulationsbrillen zur Sensibilisierung einer Sehbehinderung
  • Schlafbrillen zur Sensibilisierung einer Blindheit